Warum Antisemitismus?

Zur Politik der Judenfeindschaft im Spannungsfeld von Kollektiv und Subjekt

  • Sprache des Textes: Deutsch
  • 22,2 cm x 14,0 cm
  • 244 Seiten
  • Erschienen:08.01.2024
  • broschiert
  • 1. Auflage 2024
  • ISBN 978-3-95832-350-6
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Beschreibung


Antisemitische Gewaltexzesse werden häufig durch Hinweis auf das Element der Kollektivität erklärt. Im Kollektiv gebe der Einzelne die Verantwortung für sein Handeln ab und erspare sich die Mühen der Selbstreflexion. Im Antisemitismus, verstanden als kollektives Wahnsystem oder als gemeinschaftlicher Regress, verliert das Individuum demnach – bereitwillig – seine Subjektivität.

Dass dies das Problem nur teilweise erfasst, zeigt der vorliegende Band. Durch Teilnahme an antisemitischen Praktiken bringt sich der Einzelne immer auch als politisches Subjekt hervor. Im imaginierten Kampf gegen ›die Juden‹ scheint es möglich, aus der drückenden Realität des Spätkapitalismus auszubrechen und neue Handlungsfähigkeit zu gewinnen. Die versammelten Beiträge liefern Bausteine einer Theorie antisemitischer Subjektivierung, untersuchen die Formierung entsprechender Kollektive und diskutieren aktuelle Phänomene.

Dem Band ist ein Vorwort des Faschismustheoretikers Roger Griffin vorangestellt. Darüber hinaus enthält er eine erstmals ins Deutsche übersetzte Rede Friedrich Pollocks über »Politischen Antisemitismus«.

Felix Kronau


Felix Kronau ist Politischer Theoretiker und Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt »Kritik anti-essenzialistischer Soziologie«. Er promoviert an der Goethe-Universität Frankfurt/M. zu ›Gewalt‹ als zentralem Begriff politischer Subjektivierung in Demokratien.

Anne-Maika Krüger


Anne-Maika Krüger ist Historikerin und arbeitet im Projekt »deras_on – Deradikalisierung Antisemitismus Online« am Zentrum für Antisemitismusforschung. Sie schreibt zudem ebendort an ihrer Dissertation mit Titel Ernst Moritz Arndt und das deutsche Volk. Eine Männerphantasie und ihre Rezeption.

Stefan Vennmann


Stefan Vennmann ist Politischer Theoretiker und arbeitet gefördert durch ein Promotionsstipendium der Hans-Böckler-Stiftung am Institut für Philosophie der Universität Duisburg-Essen an einer Dissertation mit dem Titel Kollektive Schuld. Eine politische Philosophie über die Zurechnung nationalsozialistischer Verbrechen.

Pressestimmen


Überhaupt prägt das Anknüpfen an die Frankfurter Schule viele der folgenden Texte, die meist von noch jungen Autoren aus den unterschiedlichsten sozialwissenschaftlichen Disziplinen stammen.
Armin Pfahl-Traugber, haGalil, 23.07.2024